Resilienz

Resilienz bedeutet so viel wie „abprallen“ oder „zurückspringen“ und kommt aus der Physik, wo Materialien dann als resilient gelten, wenn sie nach einer Belastung in ihren ursprünglichen Zustand zurückkehren. Psychologisch betrachtet ist die Definition von Resilienz die psychische Widerstandskraft eines Individuums schwierige Lebenssituationen erfolgreich zu meistern.

Resilienz als Ressource zur Stressbewältigung

Resilienz ist ein Begriff, der in Zeiten von Pandemien, disruptiven Technologien und digitalen Geschäftsmodellen in aller Munde ist. Drastische Veränderungen führen dazu, dass sich neue Anforderungen an den Menschen entwickeln und damit einhergehende neue Kompetenzen gefordert werden. Eine sich immer schneller wandelnde Welt, die den Status Quo unseres derzeitigen Berufs- und Privatlebens stark bedroht – und gleichzeitig bei ausreichender Resilienz enorme Chancen bietet. Das Schöne daran: Resilienz lässt sich durch ein Resilienztraining steigern, in welchem mit hilfe von Resilienzfaktoren Ursachen herausgearbeitet und zielorientierte Lösungen angestrebt werden.

Der wissenschaftliche Ursprung von Resilienz

Das was man unter Resilienz versteht ist wohl so alt, wie die Menschheit selbst. Verhältnismäßig neu ist hingegen die wissenschaftliche Erforschung von Resilienz, welche ihren Ursprung in den 1950er Jahren findet. Als Pionier im Bereich der Resilienzforschung konnte die Entwicklungspsychologin Emmy Werner in Zusammenarbeit mit Ruth Smith einen spannenden Beitrag liefern. Über einen Zeitraum von 40 Jahren begleitete das Team knapp 700 Kinder, die 1955 auf der hawaiianischen Insel Kauai geboren wurden. Ein Drittel dieser Kinder wuchsen unter auffällig belastenden Verhältnissen auf, in denen Armut, Krankheit, niedriger Bildungsstand der Eltern und Gewalt sowie Misshandlungen zum Alltag gehörten. Während 2/3 dieser Hochrisiko-Kinder später durch Verhaltens- oder Lernstörungen auffielen und straffällig wurden, entwickelte sich 1/3 der Kinder erstaunlich positiv. Sie glänzten durch Erfolg in der Schule, waren sozial integriert und wiesen keine psychischen Auffälligkeiten auf. Die Psychologinnen fanden schließlich heraus, dass diese Kinder ganz spezielle persönliche, sowie soziale Ressourcen besaßen, welche einen Puffereffekt auf die belastenden Einflüsse zu haben schien: Resilienz (Werner & Smith, 2011). Hierunter zählten eine positive Selbstwirksamkeitserwartung und aktive Bewältigungsstrategien, aber auch ein stärkendes soziales Umfeld und Bindung zu Mitmenschen.

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Welche Resilienzfaktoren kann man unterscheiden?

Wie oben bereits erwähnt, lässt sich die eigene Resilienz durch gezieltes Resilienztraining stärken. Nun bleibt die Frage bestehen, welche Resilienzfaktoren die Resilienz stärken, also den Widerstand des Einzelnen gegenüber Stress erhöhen. Der Psychiater Lieb (2014) nennt hier die folgenden Ressourcen bzw. Resilienzfaktoren:

  • Eine hohe Selbstwirksamkeit – Das Vertrauen versch. Situationen aus eigener Kraft heraus zu bewältigen
  • Positive Emotion – Das regelmäßiges Erleben von positiver Stimmung sowie Gefühlen

  • Die Hoffnung, eigene Ziele und Wünschen zu erreichen,
  • Soziale Unterstützung des eigenen Umfelds
  • Eine optimistische Grundhaltung

Abgrenzung Resilienz und Salutogenese

Die Sichtweise auf Gesundheit und Krankheit hat sich in der Forschungsgeschichte hauptsächlich dem pathogenetischen Konzept gewidmet, also dem Erforschen von Krankheiten. In den letzten Jahren hat sich diese Perspektive um das Konzept der Salutogenese erweitert, welches die Entstehung und Erhaltung von Gesundheit in den Fokus stellt. Die zentrale Frage der Salutogenese lautet: Warum gelingt es einem Menschen trotz extremer Belastungen gesund zu bleiben? Aus dem Lateinischen abgeleitet definiert Salutogenese die Entstehung von Gesundheit. Dem Soziologen Antonovsky zufolge befähigt ein starkes Kohärenzgefühl (also das Gefühl von Stimmigkeit) einen Menschen dazu, seine Bewältigungsstile flexibel an momentane Umstände anzupassen und Ressourcen optimal zu nutzen. Als Modell zur Stressbewältigung fokussiert sich Antonovsky’s Konzept der Salutogenese neben situationalen Bedingungen auf individuelle Eigenschaften der Betrachtung einer effektiven Anforderungsbewältigung. In der Salutogenese werden Gesundheit und Krankheit als ein Kontinuum betrachtet, auf welchem sich ein Mensch aufgrund verschiedener individueller Merkmale und Besonderheiten der Situation positionieren kann.

“Resilienz kann als ein elementarer Faktor für Gesundheitserhaltung und Stressbewältigung verstanden werden.”

Möchtest du mehr über Resilienz und Salutogenese erfahren und darüber, wie du deine Resilienzfaktoren stärken kannst? Dann sprich uns gerne an und wir versorgen dich mit Informationen zu unserem nächsten Resilienztraining.

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